Gemeinde Spiegelberg

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Rathaus-Aktuell

Entspannung in der Spiegelberger Wasserversorgung

Die vergangenen Regenfälle konnten die Quellschüttungen zwar bei Weitem noch nicht wieder auf das Ertragsniveau vor der langen Trockenperiode anheben, insgesamt ist in den vergangenen Tagen jedoch eine spürbare Verbesserung eingetreten. Seit vergangener Woche beziehen wir zudem wieder stundenweise Wasser aus Großerlach. Das Hochfahren der Versorgung aus unserer Nachbargemeinde erfolgt bewusst schrittweise, um eine erneute Ausspülung von Uran zu vermeiden.

Aufgrund dieser beiden wesentlichen Entwicklungen können die angeordneten Maßnahmen zur Einsparung von Trinkwasser ab sofort beendet werden.

Die Situation, die in den vergangenen Wochen zu diesen Maßnahmen geführt hat, war in dieser Form bisher einmalig. Noch nie musste der Wasserbezug aus Großerlach vollständig eingestellt werden – und schon gar nicht über einen derart langen Zeitraum. Gleichzeitig erreichten die Erträge unserer eigenen Quellen ein bislang nicht gekanntes niedriges Niveau. Von den außergewöhnlich geringen Quellschüttungen waren dabei nicht nur wir, sondern auch unsere Nachbargemeinde betroffen.

Wie außergewöhnlich die diesjährige Situation tatsächlich war, zeigt ein Vergleich mit dem Jahr 2022, das selbst bereits von erheblicher Trockenheit und Hitze geprägt war. Gegenüber dem exakt gleichen Zeitraum des Jahres 2022 lagen die Schüttungen unserer Spiegelberger Quellen in diesem Jahr nochmals um rund 50 bis 80 Prozent niedriger. Dass diese Entwicklung keineswegs ein örtliches Phänomen war, zeigen auch die Daten der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW). Seit März gingen die Grundwasserstände und Quellschüttungen im Land nahezu ununterbrochen zurück. Im Juni waren 97 Prozent der Messstellen rückläufig, im Juli noch 96 Prozent. Sämtliche von der LUBW beobachteten Quellen verzeichneten in diesen Monaten rückläufige Schüttungen. Ende Juli befand sich erstmals mehr als die Hälfte der landesweiten Messstellen nicht mehr im Normalbereich, sondern auf niedrigem Niveau.

Die LUBW wies in ihren Monatsberichten für Juli und August 2026 ausdrücklich darauf hin, dass im weiteren Jahresverlauf gerade in Gebieten Wasserknappheit auftreten könnte, die überwiegend mit Quellwasser versorgt werden. Genau diese außergewöhnliche Entwicklung haben auch wir in Spiegelberg unmittelbar zu spüren bekommen.

Wie außergewöhnlich die Trockenheit dieses Jahres war, zeigt sich auch an anderen Stellen im Land. So erreichte beispielsweise der Bodensee im August einen für diese Jahreszeit historischen Tiefstand: Am 13. August wurde am Pegel Konstanz ein Wasserstand von lediglich 275 Zentimetern gemessen. Damit wurde der bisherige Niedrigrekord für diesen Kalendertag aus dem extremen Trockenjahr 2003 deutlich unterschritten. Die dortige Messreihe reicht bis in das Jahr 1850 zurück.
Die vergangenen Monate waren damit auch für unsere Wasserversorgung eine außergewöhnliche Belastungsprobe. Umso erfreulicher ist es, dass wir diese schwierige Situation gemeinsam bewältigen konnten und die Trinkwasserversorgung zu jeder Zeit sichergestellt war.

Unabhängig von der außergewöhnlichen Trockenheit dieses Jahres werden sich Gemeinderat und Gemeindeverwaltung intensiv damit befassen, welche Erkenntnisse wir aus den vergangenen Monaten für die Zukunft unserer Wasserversorgung gewinnen können. Die ersten Termine hierzu mit umliegenden Gemeinden und dem für uns tätigen Ingenieurbüro Frank fanden bereits statt. Unser Ziel ist es, die Wasserversorgung auch mit Blick auf derartige, künftig häufiger auftretende Trockenperioden weiter zu stärken und möglichst widerstandsfähig aufzustellen.

Ich danke Ihnen allen für Ihre großartige Unterstützung, Ihr Verständnis und Ihren verantwortungsvollen Umgang mit unserem Trinkwasser.

Die Gemeindeverwaltung wird Sie über weitere Entwicklungen informieren.


Max Schäfer
Bürgermeister