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Obwohl wir in den vergangenen zwei Wochen mehrere Regenfälle hatten, haben diese bislang zu keiner spürbaren Erholung unserer Grundwasserstände und Quellschüttungen geführt. Der Regen hat der Vegetation gutgetan und sicherlich auch zahlreiche Regentonnen wieder gefüllt. Um die Folgen der monatelangen Trockenheit auszugleichen und unsere Wassererträge nachhaltig zu verbessern, bräuchten wir davon jedoch deutlich mehr – und vor allem über einen längeren Zeitraum hinweg.
Aktuell ist der Ertrag unseres Tiefbrunnens sehr niedrig. Die Pumpe fördert deshalb nahezu durchgehend, kann dabei aber nur vergleichsweise geringe Wassermengen gewinnen. Auch unsere Quellen weisen weiterhin eine sehr geringe Schüttung auf. Dort, wo wir beispielsweise im August 2022 noch rund 3 Liter je Sekunde gewinnen konnten, sind es aktuell lediglich etwa 0,6 Liter je Sekunde. Insgesamt liegen die Erträge unserer Quellen derzeit nur bei etwa einem Fünftel bis bestenfalls der Hälfte der Werte des vergleichbaren Zeitraums im Jahr 2022. Je nach Quelle fehlen uns damit gegenüber August 2022 derzeit zwischen 50 und 80 Prozent der damaligen Wassermenge.
Eine Zulieferung aus Großerlach findet weiterhin nicht statt. Nachdem unsere Nachbargemeinde zwischenzeitlich zwei zunächst unbekannte größere Rohrbrüche in ihrem Leitungsnetz feststellen und beheben konnte, entspannt sich dort die Situation hinsichtlich der verfügbaren Wassermenge langsam.
Daneben waren in zwei Großerlacher Quellen jedoch erhöhte Uranwerte festgestellt worden. Diese sind zwischenzeitlich deutlich zurückgegangen und liegen wieder unterhalb des geltenden Grenzwertes. Bevor wir zur Unterstützung unserer Wasserversorgung wieder Wasser aus Großerlach beziehen, benötigen wir jedoch eine dauerhaft stabile Absenkung der Werte. Eine Wiederaufnahme erfolgt nur in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt.
Trotz der weiterhin angespannten Lage konnten Versorgungsausfälle in Spiegelberg bislang vollständig verhindert werden. Unsere Hochbehälter sind zwar nicht randvoll, ihre Pegel können derzeit jedoch auf einem guten Niveau gehalten werden. Damit bestehen aktuell auch ausreichende Reserven, um einen erhöhten kurzfristigen Bedarf – beispielsweise bei einem Feuerwehreinsatz oder einem Rohrbruch – auffangen zu können, ohne dass dies unmittelbar zu einem Versorgungsausfall führt.
Dass wir trotz dieser ausgesprochen ungünstigen Rahmenbedingungen bislang stabil durch diese Situation kommen, ist ganz wesentlich Ihnen zu verdanken.
Die Wasserverbräuche in der Gemeinde sind deutlich zurückgegangen. In einzelnen Versorgungsbereichen konnte der Verbrauch zeitweise sogar etwa halbiert werden. Diese erheblichen Einsparungen helfen uns dabei, die massiv zurückgegangenen Erträge unserer Quellen und unseres Tiefbrunnens auszugleichen.
Ein so großer gemeinsamer Verzicht verdient gerade während der sommerlichen Hitze besondere Anerkennung. Hierfür danke ich Ihnen vielmals!
Wie geht es nun weiter?
Sobald eine sichere Zulieferung aus Großerlach wieder gewährleistet ist und sich gleichzeitig die Erträge unseres Tiefbrunnens und unserer Quellen ausreichend erholt haben, kann die derzeit geltende Allgemeinverfügung aufgehoben und der Aufruf zum Wassersparen beendet werden.
Die Sicherheit unserer Wasserversorgung können und dürfen wir nicht allein auf eine Zulieferung aus Großerlach stützen. Auch in unserer Nachbargemeinde kann es erneut zu einem größeren Rohrbruch kommen oder die Wasserqualität eine vorübergehende Zulieferung verhindern. Entscheidend ist deshalb, dass unsere eigenen Quellen und unser Tiefbrunnen wieder genügend Wasser liefern, um unsere üblichen Verbräuche zuverlässig abdecken zu können.
Dafür benötigen wir eine länger anhaltende Phase mit ergiebigen Niederschlägen, die nicht nur die Vegetation und die oberen Bodenschichten erreicht, sondern sich auch auf das Grundwasser und die Schüttung unserer Quellen auswirkt.
Und nach der Trockenperiode?
Mit dem hoffentlich baldigen Ende der aktuellen Situation wird das Thema für uns nicht abgeschlossen sein – im Gegenteil. Der nächste trockene Sommer kommt bestimmt. Vielleicht im kommenden Jahr, vielleicht erst in zwei, drei oder vier Jahren. Entscheidend ist, dass wir die Zeit bis dahin nutzen.
Der Gemeinderat hat sich deshalb bereits in seiner Sitzung vom 6. August 2026 mit der aktuellen Situation befasst und sich einstimmig darauf verständigt, die Wasserversorgung der Gemeinde Spiegelberg nach Ende der Trockenperiode nochmals intensiv zu betrachten.
Dabei werden wir uns insbesondere damit beschäftigen müssen, wie wir unsere Wasserversorgung langfristig widerstandsfähiger gegenüber Trockenperioden und anderen Störungen machen und die Versorgungssicherheit für unsere Bürgerinnen und Bürger auch in Zukunft gewährleisten können.
Für den Moment gilt jedoch weiterhin: Bitte helfen Sie uns beim Wassersparen. Jeder eingesparte Liter trägt dazu bei, unsere Versorgung stabil zu halten.
Vielen Dank für Ihr Verständnis, Ihre Mithilfe und insbesondere für die große Unterstützung in den vergangenen Wochen.
Max Schäfer
Bürgermeister